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Geschichte des JuJutsu

Jujutsu Bedeutung und Geschichte

1. Die Bedeutung von Jujutsu

Um die Frage: „Was ist Jujutsu?“ zu beantworten zitierte Takamatsu Sensei zwei Quellen.
Erstens aus dem Vorwort des Amatsu Tatara Kuki Ju-Taijutsu Kappo Hen Rolle Nummer
34. Er sagte: Jujutsu ist, abwehren und kontrollieren eines Gegners mit waffenlosen
Techniken. Wahres Jujutsu hat nicht zum Inhalt stark zu werden oder etwas zu brechen,
zerstörten. Denn dies ist kein Jujutsu sondern Gewalt. Echtes
Jujutsu ist gute Selbstverteidigung, echte Jujutsu Schüler lieben den Frieden.

Der starke Geist kann uns durch jeden Ärger und jeden Notfall leiten. Echte Jujutsu Kampfkünstler
halten ihren Körper und Geist gesund und streben danach großartige Menschen mit
Menschlichkeit und Mitgefühl zu werden.

Die zweite Quelle die Takamatsu Sensei zitierte war das geheime Densho (handgeschriebenes Buch) von Hontai Yoshin Takagi Ryu Jujutsu, genannt: Hontai Yoshin Ryu Jujutsu No Motoi, in diesem buch steht folgendes:

An Öffentlichen Plätzen kann die Kampfkunst eingesetzt werden um eine Situation zu kontrollieren, zum Beispiel: Ken-jutsu, So-jutsu, Yari-jutsu, Bo-jutsu etc.. Aber in einer Menschenmenge ist es sehr schwierig ein Schwert zu ziehen.
In anderen Situationen ist es nicht üblich oder nicht praktisch eine Waffe zu tragen, wie zum Beispiel im königlichen Palast oder im Bad. In jüngster Zeit gab es dort keine Kämpfe mit diesen traditionellen Waffen. In den meisten Fällen müssen wir uns gegen Betrunkene, verrückte oder gefährliche Personen wehren. Für diese Fälle sind die Techniken mit denen wir uns verteidigen oder anderen helfen ohne den Einsatz von Waffen, das ist Jujutsu.

Ich denke eine generelle Definition von Jujutsu ist, dass es eine der traditionellen japanischen Kampfkünste ist, welche keine Waffen oder große Kräfte benötigt. Sogar eine körperlich schwache Person kann die Techniken ausführen. Es ist eine Kampfkunst für den realen Einsatz. Ausübende  entwickeln deshalb einen stärkeren (fitteren) Körper und eine großere Geduld und mehr Ausdauer. Diese Art der Kampfkunst hilft uns auch im Alltag, es beruhigt den Geist, gibt uns mehr Geschmeidigkeit und Kontrolle in unseren Bewegungen und sensibilisiert uns für Gefahren. So wie das Herz und der Geist sich entwickeln, entwickeln sich auch die Selbsteinschätzung und das Mitgefühl mit anderen Menschen.


Geschichte des Jujutsu



Vor langer Zeit lernten und meisterten die Samurai Yari (Speer), Katana (Sword), Yumi (Pfeil und Bogen) und Bajutsu (reiten), als eine Unterart der Kampfkunst lernten sie Kumiuchi (waffenlose Kampftechniken). Ohne eine gute waffenlose Technik, zum Beispiel wie bewege ich meinen Körper, ist eine gute Technik beim führen einer Waffe nicht zu erreichen. Ein anderer Grund weshalb Samurai die waffenlosen Techniken trainierten war, dass es im Kampf oft vorkam, dass eine Waffe zerbrach oder verloren ging. Was blieb dem Samurai dann zur Verteidigung? Es ist das letzte Werkzeug jeder Person, sein oder ihr Körper. Jujutsu Techniken sind die letzten verfügbaren Waffen. Echte Samurai praktizieren viele der Taijutsu (Jujutsu, Torite Jutsu, etc.) übungen.

Jujutsu war währen der Edo-ära am bekanntesten und die am meisten entwickelte Kampfkunst. Dies war eine sehr friedvolle Zeit in Japans Geschichte, deshalb hatten die Samurai Zeit ihre Techniken zu üben und zu perfektionieren. Es gab zu dieser Zeit keine großen Schlachten mehr um die Fähigkeiten der Samurai zu testen, die Versuche beschränkten sich auf ein kleineres Repetoire in dem oft waffenlose Techniken verwendet wurden. In dieser Zeit wurde der Bevölkerung auch das Waffen tragen verboten, aber sie mussten sich trotzdem gegen Diebe und Gesetzlose verteidigen.

Dazu lernten und entwickelten sie Taisabaki um ihr Geld und ihr Leben zu verteidigen.

Während meiner Suche nach den Ursprüngen des Jujutsu in Japan fand ich heraus dass es zurück geht bis mindestens August im Jahre 4 vor Christus, als die goldene Rolle von Emperor Sujin an Monobe Tichine no Mikoto gegeben wurde. Diese Rolle wurde später in 4 Teile geteilt und an 4 Familien weitergegeben, die Monobe Familie, die Ohtomo Familie, die Abe Familie und die Nakatomi Familie.

In der goldenen Rolle gibt es eine Rolle genannt „Kussho Ratsugi no Maki“ welche Sätze enthält wie: „Was ist Sessho no Jutsu (Nahkampf)?“, „Wie verteidigt man sich gegen einen Feind und schlägt ihn nieder mit waffenlosen Techniken?“. Es werden auch Techniken wie Gyaku Waza (umgekehrte Techniken), Nage Waza (Wurftechniken) und Atemi Waza (Schlagtechniken) erklärt. Somit wurden die ersten Dokumente über Jujutsu Techniken seit über zweitausend Jahren überliefert.

Tatsächlich ist es wahrscheinlich dass die Techniken noch älter sind. Die goldene Rolle wurde laut den Beschreibungen im Amatsu Tatara im Jahre 550 vor Christus verfasst, entsprechend den Shinden Tatara Tora no Maki, Teil der geheimen Sammlung von Kuki Hibumi Rollen.

Sonjin Rigi ein Gefolgsmann des alten chinesischen K?nigs Kyokurin kam während der Jowa ära (834-845 AD in China Tow ära) nach Japan. Dieser Mann war ein Experte in Karate (chinesisch: offene Hand). Er lehrte seinen Stil Urabe no Sukune Kanasada. Dieser kreierte seine originale Ryuha Tatara Shiden Bojutsu als ein Teil des des Daken-Jutsu Systems.

In der Bunji ära (1185-1189 AD) entwickelte Ohmoto no Muranushi das erste Ninpo Taijutsu System. In der Bunmei ära (1468-1486 AD) wurde das Fudo Ryo Taijutsu von Hotta Masamichi definiert. In der Tensho ära (1573 bis 1592 AD) kreierte Kuki Yagerosumiaka die Kukishin Ryu Ju-Taijutsu. In der Shobo ära (1644 bis 1647 Ad) entwickelte Takagi Oriemon die Takagi Ryu Taijutsu. Der zweite Großmeister Takagi Umanosuke wechselte den Namen in Hontai Yoshin Takagi Ryu Jujutsu.

Seit dieser Zeit ist der Name Jujutsu wohlbekannt und Jujutsu als solches sehr beliebt. Dies zeigt, dass viel vom alten Jujutsu, zuerst beschrieben als Sessho no Jutsu in der Kusshyo Rauki no Maki (Rolle) aus den Jahren 550 bis 50 vor Christus in der einen oder anderen Form bis heute fortgeführt wurde. Natürlich gingen viele Wechsel der Namen und Techniken im Laufe der Jahre in den Schulen des Jutaijutsu, welche sich unerscheiden in Taijutsu (Koppo Jutsu, Koshi Jutsu, Daken Taijutsu, etc.) und Jujutsu unter.


Jujutsu wird manchmal auch als Yawara, Kohi no Mawari, Kacchu Yawara, Yoroi Kumiuchi bezeichnet, der meist benutze Begriff ist jedoch Jujutsu. Aus dem traditionellen Jujutsu entwickelten sich die modernen Formen des Jujutsu, zu Beispiel: Aiki Jujutsu, Aiki Jutsu, Aikido, Braziian Jujutsu etc. So gibt es heutzutage drei Formen des Jujutsu. Zuerst der traditionelle Jujutsustil, welcher Dinge wie Takagi Ryu Jujutsu, Kukishin Ryu Jujutsu, Kito Ryu Jujutsu etc einschließt.

Die zweite Form ist Gendai Budo (moderne Kampfkunst) oder neue traditionelle Kampfkunst. Diese enthält Dinge wie Daito Ryu Aiki Ju-Jutsu, Aikido, Hakko Ryu Jujutsu und Takeda Ryu Jujutsu. Die dritte Form des Jujutsu mischt die traditionelle Kampfkunst und andere sportliche Kampfkünste, das bekannteste vertreter dieses Jujutsus ist das Brazilian Jujutsu.

Heutzutage sind Judo und Aikido sehr beliebt. Diese Systeme entwickleten sich aus dem traditionellen Jujutsu. Die bekannteste Form des Judo das Kokodan Judo wurde von Kano Jigero gegründet. Kano war ein Experte im Kito Ryu Jujutsu ihm wurde das Menkyo

Kaiden gegeben. Kito Ryu Jujutsu hat eine sehr enge Verwandschaft zum Kukishin Ryu Jujutsu.
Kano Jigero war ein Freund von Takamatsu Toshitsugu (Großmeister der Takagi Yoshin Ryu Jujutsu, Shinden Fudoshin Ryu Jujutsu und anderen), beide waren sehr gute Kampfkünstler aus der selben Region Japans. Kano bat Takamatsu sogar für ihn auf seinen jüngeren Bruder zu achten.

Einer der am höchsten Graduierten Schüler Takamatsus war Akimoto Fumio. Akimoto war ein Experte im Kodokan Judo und der Großmeister des Gikan Ryu.
Er hatte einen Testkampf (Randori Stil) mit einem anderen Kodokan Experten Mifune Kyuzo. Mifune war sehr beeindruckt von Akimotos Jujutsu. Mifune wurde später 10. Dan im Kodokan Judo, das ist bekannt für Kuki-Nage (werfen wie Luft) und Yama-Arashi (Bergsturm).

Ein anderer von Takamatsus höchst graduierten Schülern Ueno Takashi (Großmeister des Asayama Ichiden Ryu Taijutsu, Bokuden Ryu Jujutsu, etc.) hatte ebenfalls eine starke Verbindung zum Kodokan, einige Zeit unterrichtete er Jo-jutsu in den Trainingshallen des Kodokan Aikido es hat seine Wurzeln in einem System das Daito Ryu Aiki Ju-Jutsu genannt wird. Es wurde in der Meiji ära von Takeda Sokaku entwickelt. Das ist eine Form von Aiki Jujutsu.
Ein Schüler Takedas, Matsuda Toshimi wurde in Okuyama Ryuho und Okuyama unterrichtet und kreierte Hakko Ryu Jujutsu. Ein anderer Schüler Takedas, Ueshiba Morihei entwickelte Aikido. Dem letzten Schüler Takeda Sokakus, Yamamoto Kakuyoshi wurde das Daito Ryu Menkyo Kaiden (Kyoju Dairi) gegeben, und er wurde in Aizuhnden Itto Ryu Kempo und Iai unterrichtet. Yamamoto entwickelte den Mugen Shinto Ryu Iai.

*Anmerkung ob es sich bei Yamamoto um Katsumasu Yamamoto handelt in nicht sicher!

Quelle: Shoto Tanemura

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Publiziert am: Mittwoch, 24. September 2008 (2579 mal gelesen)
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